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Category Archives: bibliothekar

xmasRainer Pörzgen hat auch dieses Jahr wieder eine bibliothekarische Weihnachtsgeschichte verfasst: „Bibliothekare Auskunft“ ist der Titel, geschrieben ist sie als innerer Monolog eines männlichen Auskunftsbibliothekars kurz vor „Schichtwechsel“. Und ich muss sagen: ich, die ich ja auch hin und wieder als Auskunftsbibliothekarin an der Infotheke arbeite, kann diesen Monolog nur zu gut nachvollziehen und musste an der ein oder anderen Stelle wirklich herzlich lachen 🙂 …

Viel Spaß beim Lesen!

[via netbib und Inetbib]

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Im Rahmen der Kampagne „Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek“ fand in der HLB Wiesbaden heute ein Bibliotheksfest mit buntem Programm statt.

Da ich die Aufführung von „The Hollywood Librarian“ während des Bibliothekartags leider nicht besuchen konnte, habe ich heute die Chance wahrgenommen und bin nach Wiesbaden gefahren.

Hier ein paar Eindrücke aus der HLB:

(auf dem Weg nach Wiesbaden)

(schönstes Wetter in der Landeshauptstadt)

(der Eingang der HLB)

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Auf dem BIT-Sofa wurde während der Buchmesse über die Frage diskutiert, ob herkömmliche Bibliotheken tot seien.

Ich durfte an zwei der insgesamt sechs Diskussionsrunden teilnehmen und möchte abschließend ein paar Statements bzw. meine Eindrücke dazu wiedergeben. Da ich mich leider nicht mehr genau daran erinnere, wer von den Diskutierenden was gesagt hat, geht es hier nicht um eine (wort-)getreue Wiedergabe der Diskussion sondern vielmehr um eine Zusammenfassung dessen, was bei mir haften geblieben ist. (Zur Diskussion um die Zukunft der Bibliothek verweise ich auch auf das BuB-Heft 1/08, da dieses Thema dort ein Schwerpunktthema war und viele interessante Beiträge aus unterschiedlichsten Richtungen enthält.)

  • Sind herkömmliche Bibliotheken tot?
    • Nein, herkömmliche Bibliotheken sind nicht tot und werden auch so schnell nicht sterben. Genauso, wie Bücher noch längst nicht tot oder überholt sind und sicherlich noch einige Jahrzehnte (wenn nicht sogar noch länger) existieren werden.
  • Haben Bibliotheken eine Überlebenschance?
    • Bibliotheken haben eine Überlebenschance. Aber sie müssen sich fragen, ob sie in Zukunft nur „Büchersilos“ sein möchten, oder sich auch der digitalen Welt (noch stärker) öffnen, um dauerhaft überlebensfähig sein zu können.
  • Wie sieht die Bibliothek der Zukunft aus? Wie sieht in Zukunft die Aufgabe von Bibliotheken aus?
    • Die Zukunft der Bibliothek sollte zweigleisig aussehen, d.h. es gibt sowohl ein physisches Gebäude mit unterschiedlichstem Medienangebot als Kommunikations-, Bildungs- und Lernort als auch ein virtuelles Angebot.
    • Das virtuelle Angebot sollte viel mehr als „nur“ eine Homepage + Zugang zum Online-Katalog umfassen. Hier fiel des öfteren das Stichwort „Web 2.0“, also Blogs, Wikis, Chat, Online-Kataloge mit starken Such- sowie vielfältigen Personalisierungsmöglichkeiten (und auch Tagging durch Nutzer als Ergänzung zur Schlagwortvergabe).
    • Das virtuelle Angebot sollte unbedingt e-Medien enthalten! Eine Möglichkeit, diese Medienform bereits jetzt ins Angebot zu integrieren, bietet sich Bibliotheken zur Zeit z.B. durch das Angebot der Onleihe von DiViBib. Sicher ist dieser Bereich erst im Entstehen und es gibt ungeklärte Fragen (z.B. bezüglich des DRM), aber Bibliotheken müssen früher oder später auch in diese „Nische“ einsteigen, um überlebensfähig zu bleiben.
    • Die Aufgaben von Bibliotheken müssen sich – in Zeiten schrumpfender Etats – in Zukunft noch stärker den Nutzerbedürfnissen anpassen. Die Zielgruppen sollten noch stärker die Ausrichtung der Aufgaben entweder in Form von physischen oder aber in Form von virtuellen Angeboten bestimmen.
    • Eine wichtige Aufgabe, gerade auch mit dem Zunehmen der Informationsflut, wird ganz besonders im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz liegen. Aber auch das Vermitteln des Umgangs mit dem Computer, dem Internet und nicht zuletzt dem Web 2.0 kann (und sollte) Aufgabe von Bibliotheken sein (an dieser Stelle will ich schon mal auf das Knowledge Navigation Center der University of Michigan hinweisen, zu dem ich sicher auch noch mal was schreiben werde).
    • Auch eine Aufgabe für Bibliothekare: die Beschäftigung mit dem (und die Überbrückung des) „Digital Divide“ (auch bezeichnet als „Participation Gap“). Ganz praktisch geschieht das in vielen Bibliotheken bereits heute schon dadurch, dass Internet-PCs kostenlos für jedermann zur Verfügung gestellt werden, so dass z.B. auch Obdach- oder Arbeitslose Zugang z.B. zu einem E-Mail-Account haben.
  • Wie wollen Bibliotheken ihren Aufgaben weiter gerecht werden?
    • Bibliotheken dürfen sich der digitalen Welt nicht verschließen, um dann irgendwann den Anschluss ganz zu verlieren.
    • Stärkere Vernetzung mit anderen Bildungseinrichtungen sowie verstärkte Kooperation von Bibliotheken untereinander ist gefragt.
    • Bibliotheksgesetze sowie Lobbyarbeit können helfen, Bibliotheken auf die politische Tagesordnung zu bringen bzw. sie dort zu verankern.
    • Bibliotheken müssen durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit die Nutzer auf ihre Services (v.a. auch auf die digitalen) aufmerksam und damit deutlich machen, dass sie im digitalen Leben ihrer Nutzer eine Rolle spielen (können).
  • Wie können Bibliotheken die derzeitigen Chancen nutzen, um sich in Zukunft zu positionieren?
    • Web 2.0 kann auch hier ein Stichwort sein. Web 2.0 bietet vielfältige Tools, um sich in der digitalen Welt recht einfach und teilweise auch kostengünstig (zumindest was Software-Kosten anbelangt) zu positionieren.
    • Bibliotheken dürfen die Entwicklung von e-Medien nicht an sich vorbeiziehen lassen, sondern sollten schon jetzt auf den Zug aufspringen, um gut positioniert zu sein.
    • Natürlich ist nicht jeder Hype für jede Bibliothek das richtige Mittel. Aber Bibliothekare sollten etwas offener fürs Experimentieren und Spielen sein, um dadurch schnell und unkompliziert herauszufinden, ob eine neue Technologie auch für die Anwendung in der Bibliothek geeignet sein könnte.
    • Ein Blick in die USA, nach Großbritannien, aber auch in den nahen Osten kann helfen, die sich bietenden Chancen noch schneller zu erkennen, und so nicht 3 bis 5 Jahre „hinterher zu hinken“.
  • Bibliotheken oder Google als Informationsquelle? Gegen- oder Miteinander?
    • Ganz klar, unisono von allen Seiten: Miteinander. Goolge (oder auch Wikipedia) ist nicht unser Feind! Wir sollten uns ernsthaft überlegen, in welcher Form wir mit Google oder auch Wikipedia kooperieren können. Ein Beispiel sind die Digitalisierungsprojekte von HathiTrust (siehe mein Blogpost vom 13.10.08) oder auch der Bayerischen Staatsbibliothek. Und Herr Schindler als Vertreter von Wikimedia hat während der Diskussion ganz deutlich gemacht, dass sie offen sind für Kooperationen mit Bibliotheken und sich darüber sogar freuen würden!
  • Ist der Bibliothekar 2.0 der Guru des Informationszeitalters?
    • In gewisser Weise schon. Die Beschäftigung mit Web 2.0 bzw. Bibliothek 2.0 sollte für Bibliothekare keine „große Unbekannt“, ein Ärgernis oder etwas Angstmachendes sein. Vielmehr sollte dies als Chance gesehen werden, mit den Neuerungen des Informationszeitalters up-to-date zu bleiben und die Gewohnheiten der „Digital Natives“ nachvollziehen zu können.
    • Manchmal finde ich die Bezeichnung „Bibliothekar 2.0“ etwas befremdlich und würde daher selbst vielleicht eher von „next generation librarians“ sprechen. Aber auch dies ist nur eingeschränkt richtig, da nicht nur die „jungen Wilden“ dieser Generation zuzuordnen sind, sondern es auch viele „alte (wilde)“ Bibliothekare gibt, die sich längst auf Web 2.0 eingestellt haben.

Soweit meine Zusammenfassung. Ich bin froh, dass ich an den Diskussionsrunden teilnehmen konnte. Es hat viel Spaß gemacht, neue Kontakte beschert – und hat mir außerdem wieder eine ganz neue Motivation für meine Arbeit gegeben. (Immerhin habe ich als „Bibliothekarin 2.0“ die Chance, die Zukunft der Bibliotheken mitzugestalten und so ihr Überleben zu sichern. Spannende und herausfordernde Zeiten also für Bibliothekare!)

Es kann gut sein, dass mir im Laufe der nächsten Tage noch ein paar Punkte einfallen, die ich hier ganz vergessen habe. Denn das Thema der Zukunft von Bibliotheken umfasst natürlich noch weit mehr Diskussionspunkte, Fragestellungen und auch Thesen als die hier angesprochenen.

Daher: Wer Ergänzungen zu dieser Zusammenfassung, Fragen, Anregungen oder Anmerkungen hat, ist herzlich dazu eingeladen, die Kommentar-Funktion zu nutzen und so vielleicht die Diskussion in der virtuellen Welt noch etwas aufrecht zu erhalten!

Kurzer Bericht vom Bibliothekartag:

Heute war ich zum ersten Mal (für dieses Jahr und überhaupt) auf dem Bibliothekartag und bin ganz angetan von den vielen interessanten Gesprächen und Fortbildungsthemen. Vor allem der Newcomer-Treff am Stand des BIB hat mir (sowohl als Teilnehmer als auch als Beobachter) sehr gut gefallen, weil dort viele verschiedene Projekte des letzten Jahres vorgestellt wurden und die Resonanz der Besucher sehr groß war, so dass viele anregende Unterhaltungen zu Stande kamen.
Hier einige Impressionen sowie Fotos meines Posters:

(Das Poster ist erst innerhalb der letzten Tage entstanden, da es die Ergebnisse meiner Masterarbeit widerspiegelt (Katalog 2.0-Konzept für die Stadtbücherei Frankfurt am Main), die ich erst letzten Montag abgegeben habe.)
Ich wurde wiederholt gefragt, ob die Arbeit auch in elektronischer Form verfügbar gemacht wird. Ja, wird sie! Allerdings kann ich noch nicht sagen, wann und in welcher Form. But I’ll keep you posted!

da ich mir sehr gerne ziemlich viel ziemlich ausführlich mitschreibe (und das besonders ausgeprägt ist, sobald mich vorträge ganz besonders interessieren), kommt hier jetzt ein weiterer, recht langer post – diesmal zum vortrag von patrick und lambert: „bibliothek 2.0: das upgrade vom bibliothekar zum bibliothekar 2.0“.

andere posts dazu finden sich, wie teilweise auch schon in einem meiner vorherigen posts erwähnt:

gliederung des vortrags:

  • ausgangssituation
  • wieso update?
  • update – aber wie?
  • hindernisse
  • zusammenfassung

ausgangssituation:
bibliothekare haben heute mit einem medien-mix zu tun und arbeiten in einer hybriden bibliothek, in der sowohl online- als auch offline-medien zu erschließen und zu vermitteln sind. eine weitere aufgabe ist das beraten von nutzern, d.h.es gibt interaktion mit nutzern, der bibliothekar übt einen durch und durch „sozialen“ beruf aus.

wieso ist ein update zum „bibliothekar 2.0“ nötig?
man kann mittlerweile von einer informations- bzw. medienrevolution sprechen. bereits in unserer jetzigen arbeit sind wir von neuen medien umgeben, außerdem kommen neue (geschäfts-)modelle für alte medien hinzu.
als weitere punkte wurden genannt: wissensbasiertes arbeiten, lebenslanges lernen und – was ich persönlich am entscheidensten finde: „das internet wird uns „wie luft“ umgeben“.

kurz meine gedanken dazu: im vorherigen post zu den social network services habe ich ja schon erwähnt, dass bibliotheken dahin gehen müssen, wo die menschen sich online aufhalten. und da sich schon jetzt sehr viele menschen sehr oft und lange online aufhalten (mit steigender tendenz (also sowohl was die häufigkeit und dauer, also auch die zahl der internet-nutzer insgesamt angeht)), wird uns das internet sicher schneller als wir denken „wie luft“ umgeben.

wenn wir als bibliotheken da nichts machen (und auch nicht zu bibliothekaren 2.0 werden), werden wir sicher auch schneller als uns lieb ist „weg vom fenster sein“ – zumindest für die nutzer, die vom internet wie von luft umgeben sind. und da sich eben nun das internet zum „web 2.0“ weiterentwickelt (und gar schon von web 3.0 und 4.0 die rede ist, wodurch man dann sicherlich nicht mehr von einem „hype“ sprechen kann) und die internet-nutzer mehr und mehr web 2.0-tools nutzen und sich an sie gewöhnen bzw. bereits gewöhnt haben, muss von den bibliotheken darauf reagiert werden.

so weit, so gut. jetzt wieder zurück zum vortrag:

gleichzeitig ist web 2.0 kein „ding“, keine technologie an sich, sondern viel mehr ein „state of mind“, eine einstellung, die letztlich zu einem veränderten nutzungsverhalten, zu einer veränderten kultur führt (bzw. bereits geführt hat).

prinzipien des web 2.0:

  • interaktivität
  • benutzer-beiträge und feedback (-> an dieser stelle fand ich das wort „prosumer“, die mischung aus producer und consumer sehr eindrücklich)
  • offene services und schnittstellen
  • reuse und remix – wiederverwenden von inhalten & diensten

prinzipien der bibliothek 2.0:
wir müssen unsere informationsdienste besser dem bedarf der „generation internet“ anpassen. wir müssen informelles und vernetztes lernen im „3. ort“ bibliothek anregen (und das nicht nur in der bibliothek vor ort, sondern auch auf virtueller ebene, was letztlich zu einer interaktion der beiden medienwelten – also quasi online und offline – führt).

wie muss ich nun als „bibliothekar 2.0“ sein bzw. wie schaffe ich das update?
ich muss neugierig sein, ich muss mich für veränderungen öffnen, ich muss auch mal neues ausprobieren (und spielerisches ausprobieren als neue form des lernens auffassen und akzeptieren). und natürlich muss ich selbst mit der neuen technik vertraut werden.

das kann ich als bibliothekar, der sich im web 2.0 noch nicht so gut auskennt, jetzt im „lernen 2.0“-blog lernen bzw. ausprobieren.
dadurch kann ich das web 2.0 als modell bzw. als werkzeug kennenlernen und dann auch für meine bibliothek nutzen. natürlich ist das web 2.0 nur ein (arbeits-)werkzeug von vielen, die mir für meine eigene tägliche arbeit und für den einsatz in der bibliothek zur verfügung stehen – aber es ist ein modell/werkzeug, das eingebunden werden muss! (eben weil das internet uns künftig „wie luft“ umgibt!)

wie werde ich bibliothekar 2.0?
-> dahin gehen, wo die benutzer sind


ich sollte:

  • im web 1.0 zu hause sein
  • neue werkzeuge ausprobieren
  • mich mit den neuen formen des publizierens beschäftigen
  • social tagging u.ä. als zusätzlichen erschließungsansatz wahrnahmen

zwei anmerkungen habe ich mir zu einzelnen tools notiert, die patrick und lambert vorgestellt haben:

  • rss: rss ist informationskompetenz; über rss kann ich granular die infos abonnieren, die mich interessieren – und damit nichts überflüssiges; dank rss kommen die infos zu mir, ich muss mich nicht mehr von einer seite zur anderen klicken, um mir die infos zu holen
  • tagging: gemeinschaftlich können wir mehr und besser verschlagworten

beim nächsten punkt ging es um die typischen einwände, die kommen (können), wenn es darum geht, sich mit dem web 2.0 beschäftigen zu müssen:

  • keine zeit -> web 2.0 kann aber helfen, zeit zu sparen und seine eigenen arbeitsprozesse besser zu organisieren (beispiel rss)
  • nur spielerei -> lernen durch ausprobieren ist effektiv (da fällt mir gleich das so gern verwendete „learning by doing“ ein; das hält doch (fast) jeder für ne gute sache)
  • das ist ein hype und geht vorbei -> viele hypes stabilisieren sich
  • bibliotheken müssen nicht alles mitmachen -> bibliotheken sollten in der veränderten informationswelt agieren

zwei empfehlungen gaben die beiden zum schluss noch mit auf den weg:

  • sich den neuen herausforderungen in einer community zu stellen
  • freiräume zum lernen zu schaffen (und auch zu nutzen)

wenn das mal keine gute zusammenfassung ist ;-)…