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Monthly Archives: Januar 2009

Ist eine Arbeit zum Thema „Web 2.0 in Online-Katalogen“ wirklich innovativ? Ist dieses Thema nicht schon längst ein alter Hut? Oder gar überbewertet: ein Hype, der in Deutschlands Bibliotheken (noch) nichts zu suchen hat?

All dies scheint nicht der Fall, denn wie ich vorletzte Woche erfahren habe – und wie nun auch in InetBib und auf der B.I.T.online-Homepage nachzulesen ist -, habe ich mit meiner Masterarbeit „Welche Funktionen und Inhalte sollte ein Bibliothekskatalog im Zeitalter des Web 2.0 bieten? Ein Katalog 2.0-Konzept für die Stadtbücherei Frankfurt am Main“ einen der drei B.I.T.online Innovationspreise 2009 gewonnen. (Daher an dieser Stelle zunächst Gratulation an die beiden anderen Preisträger: Simon Brenner, FH Köln, und Kathleen Schacht, HAW Hamburg!!)

Nun bin ich kein Fan von übertriebenem Selbstmarketing (und Eigenlob stinkt ja bekanntlich), aber der Gewinn des Preises scheint mir eine gute Gelegenheit, noch mehr Werbung zu machen für die Dringlichkeit, auch in Deutschland „Web 2.0“ nicht als Hype abzutun, Kataloge zu öffnen (wie es u.a. im Bibcamp ’08 von teilnehmenden Bibliotheksnutzern gefordert wurde) und sie mit Anwendungen aus dem Bereich der sozialen Software nutzerfreundlicher zu machen. Wir können es uns nicht mehr leisten, mit „Web 2.0“ und „Bibliothek 2.0“ nichts zu tun haben zu wollen. Beim Blick über den großen Teich wird dies ganz deutlich: dort machen Bibliotheken viele gute Erfahrungen mit dem Konzept einer „Library 2.0“, wie ich im letzten Jahr bei einem Praktikum an der Unibibliothek in Ann Arbor hautnah erleben konnte (pdf-Datei). In den USA hätte daher meine Arbeit im Jahre 2008/09 wahrscheinlich nicht mehr als innovativ gegolten, ist doch dort das Thema „Bibliothek 2.0“ wirklich schon fast ein alter Hut, und „Kataloge 2.0“ (oder „Next generation catalogs“, wie sie im anglo-amerikanischen Raum meistens bezeichnet werden) bereits in vielen Bibliotheken implementiert.

Aber glücklicherweise gibt es auch in Deutschland schon einige Ansätze für neue, innovative und benutzerfreundliche Kataloge, wie z.B. Beluga und den KUG. Darüber (und natürlich über meine Arbeit) werde ich auf dem Bibliothekartag berichten: einmal im Rahmen des Innovationsforums und dann im Rahmen der Blockveranstaltung „Web 2.0 in Öffentlichen Bibliotheken“. Als Vorgeschmack auf diese Vorträge hier zwei meiner bisherigen Präsentationen zur Masterarbeit:

Ich freue mich über die Chance, dieses Jahr gleich zu mehreren Gelegenheiten über „Web 2.0 in Online-Katalogen“ sprechen zu können und bin gespannt auf die dadurch angestoßenen Diskussionen und die weiteren Entwicklungen in diesem Jahr – nicht nur im Bereich der Online-Kataloge: Denn vielleicht wird 2009 „the year of the m-library“ (vgl. dazu auch hier: „Ten trends & technologies for 2009“ und den „2009 Horizon Report„). Erste Anzeichen dafür sind bereits zu erkennen: die DCPL hat ein tolles (und zugleich das erste) bibliothekarisches iPhone App entwickelt, die NYPL und auch der WorldCat bieten tolle „mobile interfaces“ zur Katalogsuche über mobile Endgeräte an.

itunesU

„iTunes U und mobiles Lernen. Wissen leicht zugänglich gemacht“, so wirbt Apple für den neuen Bereich im iTunes Store.

Was ist iTunes U?

„iTunes U ist ein Bereich des iTunes Store mit kostenlosen Vorlesungen, Sprachkursen, Hörbüchern und mehr, die sich auf einem iPod, iPhone, Mac oder PC abspielen lassen. Das Angebot von iTunes U umfasst über 50.000 Audio- und Videodateien mit Lerninhalten von renommierten Hochschulen, Museen und öffentlichen Medieneinrichtungen auf der ganzen Welt. Mit iTunes U gibt es nichts, was Sie nicht lernen können, und das Beste daran: Sie können es lernen, wo immer Sie wollen.“

(http://www.apple.com/de/education/itunesu_mobilelearning/landing.html)

Wer macht mit bei iTunes U?

Wie bei den Blogpiloten nachzulesen ist, machen bisher folgende deutsche Unis bei iTunes U mit:

  • RWTH Aachen
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Hasso Plattner Institut Potsdam

Was bringt mir iTunes U?

  • schneller und einfacher Zugang zu Lerninhalten (Audio und Video) nicht nur von den o.g. Hochschulen sondern vielen Hochschulen und bildungsnahen Einrichtungen weltweit (wie z.B. dem Museum of Modern Art)
  • lt. den Blogpiloten sind die angebotenen Podcasts meist Mitschnitte aus dem vergangenen Sommersemester
  • Lernen nach eigenem Zeitplan, wann, wie und so oft ich will

Wieso bei iTunes U mitmachen?

  • Apple formuliert es auf der iTunes U Seite eigentlich ziemlich treffend: „Studenten in ‚ihrer‘ Sprache ansprechen“

„Studenten von heute sind für mehr als nur Musik, Fotos und Filme im Internet unterwegs. Ideen austauschen, Standpunkte äußern, sich in Gemeinschaften engagieren – für all dies ist häufig das Internet erste Anlaufstelle. Jetzt haben Sie die Möglichkeit, ein Teil dieser digitalen Welt zu werden und Studenten in ihrer „Sprache“ für die von Ihnen angebotenen Kurse und Vorlesungen zu interessieren. Mit iTunes U können Sie Ihren Studienplan einfach erweitern, indem Sie von ihnen kuratorisch verwaltetes* oder selbst erstelltes Audio- und Videomaterial bereitstellen.“

iTunes U – auch was für Bibliotheken?

Bei iTunes U können alle „berechtigten weiterführenden Bildungseinrichtungen“ mitmachen. Zählen Bibliotheken auch dazu? Und was hätten Bibliotheken vom Mitmachen bei iTunes U?

UPDATE: Scheinbar zählen Bibliotheken dazu, denn in iTunes U gibt es bereits einiges von amerikanischen Bibliotheken: Floorplans, Audio Tours, NYPL’s Small Business Programm, „Libraries Colloquia Series“, um an dieser Stelle mal einige zu nennen (siehe dazu auch die zwei Screenshots der NYPL und der ASU Libraries am Ende des Beitrags).

Der Vorteil ist laut Apple, dass alle „berechtigte[n] weiterführende[n] Bildungseinrichtungen durch eine iTunes U Präsenz ihre Reputation enorm verbessern [können] und damit auch von einem Wettbewerbsvorteil [profitieren]. Die Einrichtungen können einige oder alle iTunes U Inhalte für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und so interessierte Menschen auf der ganzen Welt erreichen.“

Doch egal, ob nun iTunes U auch was für Bibliotheken ist oder nicht: ich finde das Angebot – nach allem, was ich bisher darüber gelesen habe – sehr interessant. Heute abend, sobald ich wieder Zugang zu iTunes habe, werde ich mich mal etwas bei iTunes U umschauen…

Ach ja: alle über iTunes U angebotenen Inhalte sind kostenlos, man braucht allerdings sowohl iTunes (logischerweise) und einen iTunes-Account.

NYPL @ iTunes U:

itunesnypl

ASU Libraries @ iTunes U:

itunesasu

Patrick hat in seinem Blog darauf hingewiesen, dass die Ausgabe 4/2008 der Büchereiperspektiven des Büchereiverbands Österreich zum Thema Bibliothek 2.0 nun online ist.

Folgende Artikel finden sich in dieser Ausgabe:

Ich bin gespannt auf die Lektüre und läute damit für mich gleichzeitig das neue Blog-Jahr ein.