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für mich ist die inetbib-tagung leider schon vorbei😦 (ging leider nicht anders). aber ich habe viele eindrücke mitgenommen, die ich jetzt nach und nach hier rekapitulieren will.

anfangen möchte ich mit einem der firmenvorträge aus block 6: „social network services in worldcat“. über diesen vortrag werde ich hier etwas ausführlicher schreiben, da er mich vom thema her und im hinblick auf meine arbeit sehr interessiert hat: herr weinberger von oclc sprach über „social network services in worldcat.org“. zwar kommt das produkt für die stadtbücherei frankfurt als nicht-pica-bibliothek nicht in frage, aber die funktionen, die oclc im worldcat.org implementiert, interessieren uns (mich) natürlich schon.

eine der ersten folien von herrn weinberger fragte: „wo finden nutzer bibliotheken im internet?“
klar ist: wir müssen unsere angebote im internet präsentieren; bibliotheken brauchen eine überzeugende präsenz im internet (bibliotheken steht hier explizit in der mehrzahl, da mehrere bibliotheken kräfte bündeln und eine community schaffen können, um dadurch eine stärkere präsenz zuschaffen; außerdem werden dadurch doppelarbeiten und fragmentierte angebote reduziert).
mit dem worldcat werden lokale, regionale und globale nutzerangebote verbunden (so dass der nutzer von der globalen ebene – also worldcat.org – immer auch wieder auf der lokalen ebene, der einzelnen bibliothekshomepage bzw. dem lokalen katalog landet).

worldcat.org versteht sich in diesem sinne als eine „zentrale internetpräsenz für bibliotheken“.
wieso diese bündelung von angeboten wirklich eine überlegenswerte sache sein kann (nicht nur für an worldcat teilnehmende bibliotheken sondern für bibliotheken allgemein), darauf kam herr weinberger im weiteren verlauf des vortrags zu sprechen, nachdem er einzelne social network services vorgestellt hatte. ich möchte jedoch schon an dieser stelle erwähnen, dass von oclc in einer untersuchung ein zusammenhang festgestellt wurde zwischen der anzahl der registrierten nutzer und der anzahl der social features. fazit (sinngemäß): je mehr features, desto mehr nutzer.
eine bündelung des angebots kann also ggf. eher zur erreichung einer kritischen nutzer-masse führen als ein einzelnes lokales angebot. da kann man sich dann schon fragen, ob social network services auf lokaler ebene überhaupt attraktiv und damit lohnenswert sind. aber ich denke, dass man diese frage nur aufgrund der von oclc bisher gemachten erfahrung nicht einfach so verneinen darf.
klar, wenn man die möglichkeit hat, sich mit anderen bibliotheken zusammenzutun, um attraktive dienste anzubieten und damit einen potentiell größeren nutzerkreis anzusprechen, why not? aber das alleine ist halt auch kein garant dafür, dass es dann auch wirklich funktioniert…

nun aber zurück zu der frage, wie bibliotheksseiten bzw. -kataloge über social network services attraktiver gemacht werden können:
durch welche services geschieht dies im worldcat? herr weinberger nannte folgende services, die im laufe der tagung ja teilweise auch schon des öfteren erwähnt wurden:
listen, profile & citations
reviews, bewertungen & rss feeds
blogs
identitäten
facebook widgets und google gadgets

zu den listen:
um listen anzulegen, müssen sich nutzer registrieren. dann können sie persönliche listen anlegen (innerhalb der ersten 6 monate nach dem start wurden ca. 40.000 listen erstellt). ein austausch von listen ist erlaubt – und das update der listen liefern rss reeds.
listen scheinen also im worldcat.org zu funktionieren – und sind auch im rahmen der umfrage an der stadtbücherei frankfurt in einigen kommentaren der nutzer (soweit ich diese schon durchsehen konnte) sehr stark gewünscht.

zu den blogs:
mit den blogs soll der fokus auf den nutzer gerichtet werden (was ja letztendlich alle web 2.0-anwendungen wollen und bibliotheken mit einem „bibliothek 2.0“ oder „katalog 2.0“ auch wollen/sollen). mit den blogs, die allerdings im worldcat.org erst seit ca. 4 wochen verfügbar sind, sollen news und informationen ausgetauscht sowie auf interessante anwendungen hingewiesen werden.

zu den identitäten:
ich muss ehrlich gestehen, dass ich erst nicht so ganz verstanden habe, was sich nun genau hinter diesen „identitäten“ verbirgt.
erst als ich mir das von herrn weinberger im vortrag genannte beispiel angeschaut habe, ist es mir klarer geworden…
die identitätsübersichten (autoren und virtuelle personen) liefern zeitleisten zu publikationen,arbeiten von und über die identität, die zielgruppe, verwandte identitäten und tag clouds zu verwandten themen. sehr schön finde ich auf der „identities“-startseite die tag-cloud mit den „top 100 identities“.

den worldcat gibt es auch als facebook app (ich hab dann gleich während des vortrags mal in meinem facebook-acount nachgeschaut, weil mir das irgendwie schon so bekannt vorkam; und tatsächlich: ich hatte mir den worldcat schon vor einiger zeit als applikation zu meiner facebook-seite hinzugefügt…).
warum bietet oclc diesen facebook app an?
dafür nannte herr weinberger folgende gründe:
59 millionen nutzer in facebook
65 milliarden seitenabrufe monatlich
„facebook effekt“
wir bringen bibliotheken dahin, wo die menschen auch wirklich ihre zeit online verbringen

dieser letzte punkt drückt wunderbar aus, was letztlich alle web 2.0-anwendungen in bibliotheken versuchen – und was auch einer der gründe (wenn nicht sogar der hauptgrund) dafür ist, dass sich bibliotheken mit dem web 2.0 auseinander setzen und entsprechende angebote konzipieren müssen!

der worldcat ist nicht nur als facebook-applikation sondern auch als google gadget nutzbar:
dafür gibt es eine worldcat.org-suchbox, die z.b. zu iGoogle (oder auch anderen personalisierten startseiten) hinzugefügt werden kann.
sinn hinter diesem (und letztendlich allen) gadgets bzw. widgets ist, dass der nutzer bibliotheksangebote direkt von seinem desktop aus (oder eben von der personalisierten startseite) nutzen kann.
auch hier kommen die bibliotheken also wieder dorthin, wo der nutzer sich aufhält.

wie kann man jetzt eine kritische masse für die nutzung der social network services aufbauen?
herr weinberger beschrieb hier einen kreislauf aus traffic – value – engagement.
er machte auch an dieser stelle noch mal deutlich, dass bibliotheken durch zusammenarbeit auf globaler oder lokaler ebene – oder auf der ebene von gruppen – untereinander von der kritischen masse profitieren können („daten-aggregation, -synchronisation und -nutzung auf allen ebenen“) und drückte ein explizites interesse an der zusammenarbeit mit dem beluga-projekt aus.

herr weinberger stellt dann noch kurz eine statistik vor (zu der ich mir allerdings nichts weiter notiert habe) und kam noch auf die „worldcat API – web services“ zu sprechen, die ein mashup mit dem worldcat ermöglichen.

zum schluss wies er noch auf die studie „sharing, privacy and trust in our networked world“ hin, die ja auch schon mal thema in einigen blogs war (z.B. hier).

schade eigentlich, dass wir von oclcs (wie ich finde) toller arbeit nicht profitieren können. aber der worldcat ist ja nun auch nicht das einzige „katalog 2.0“-projekt bzw. die einzige „katalog 2.0“-software auf dem markt (siehe beluga, scriblio, openbib, xopac, aqua browser library, uam.).

kurze zusammenfassung zum schluss: mir sind v.a. folgende dinge hängengeblieben:

  • der community-gedanken, um gemeinsam noch attraktivere angebote anzubieten und dadurch ggf. schneller eine kritische masse erzielen zu können;
  • die erwähnung von widgets als wichtige web 2.0-tools;
  • die betonung, dass wir als bibliotheken (alleine oder gemeinsam) unbedingt dahin gehen müssen, wo die menschen online ihre zeit verbringen (das war natürlich auch in anderen vorträgen ein „roter faden“, nicht nur in dem von herrn weinberger).

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