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(noch ein post zur inetbib-tagung muss sein, dann ist für heute erst mal schluss)

dieser vortrag von anne christensen fand schon gestern statt und beschäftigte sich mit der frage: „was kann der bibliothekskatalog vom web 2.0 lernen?“

wer jetzt mit „nichts“, „der bibliothekskatalog muss nix lernen, der ist ok so“ oder gar „was ist web 2.0?“ antwortet, der ist hier nicht falsch, sondern goldrichtig! denn: der bibliothekskatalog kann einiges vom web 2.0 lernen; so lautete denn auch annes antwort auf diese frage.

da meine momentane hauptbeschäftigung ja im katalogbereich liegt, war ich gerade hier sehr gespannt auf ideen, wie das „dreamteam“ web 2.0 und katalog funktionieren kann.

eine anmerkung vorweg: anne hat im vortrag auch das beluga-projekt und technische einblicke sowie erste erkenntnisse aus mit nutzern durchgeführten fokusgruppen-workshops vorgestellt. dazu habe ich mir (leider, wie ich im nachhinein feststellen muss) allerdings keine notizen gemacht. deswegen geht es im folgenden allgemein um kataloge und nicht speziell um beluga und das hamburger projekt.

was kann der katalog (bzw. was können wir, die wir die kataloge erstellen, programmieren, mit inhalten füllen, …) vom web 2.0 lernen?

  • (dauerhaft) eigene literaturlisten anlegen (-> LibraryThing: Tag-Vergabe, Empfehlungsdienste, Zitierformate, Darstellung von Publikationsverläufen -> Mehrwert durch andere Nutzer (Nutzer, die ganz andere Vorstellungen von „Schlagwort-Vergabe“ haben als Bibliothekare)
  • literaturlisten für andere einsehbar machen
  • mit offenheit neue nutzung inspirieren (offenheit meint offenheit der katalogdaten, also offene schnittstellen) (-> z.B. „visual bookshelf“ bei facebook und anderen (e-learning-)plattformen)


-> web 2.0-dienste verändern die erwartungshaltung der nutzer an katalog und datenbanken!
(z.b. werden sich nutzer spätestens (SPÄTESTENS!) dann über die bibliothekarische schlagwort-vergabe wundern, wenn sie zu aktiven librarything-usern bzw. „social taggern“ werden/geworden sind!)

  • bessere suchtechniken wie drilldowns und visualisierungen (hier fand ich das beispiel der regionalbibliographie der „peel’s prairie provinces echt toll)
  • mashups (-> GVK: mashup mit Google-Buchsuche; VuFind: mashups mit Amazon (Rezensionen) und Wikipedia (Lexikoneinträge); -> inwieweit dürfen/können/sollen bibliotheken mashups mit kommerziellen inhalten anbieten??? (wenn ich mich recht entsinne, kam diese frage auch aus dem kreis der teilnehmer an den fokusgruppen-workshops, die in hamburg durchgeführt wurden))
  • empfehlungsdienste (wie bibtip; worüber es ja im anschluss einen vortrag von michael mönnich und marcus spiering von der ub karlsruhe gab)

säulen des katalog 2.0:

  • mitmachen
  • teilen (von informationen, schlagworten, literaturlisten, also letztendlich know-how)
  • zusammenhänge zeigen (z.b. visuell)
  • öffnen (-> „raus aus dem silo!“)

anne nahm am ende des vortrags die frage vorweg, ob bibliotheken solch einen katalog denn wirklich selber entwickeln sollen/müssen (wo es doch bereits andere produkte gibt, teilweise auch open source und nicht nur kommerziell, die man adaptieren könnte).

diese frage habe ich mir auch gestellt, weil ich sie mir immer stelle, wenn ich höre, dass bibliotheken mal wieder was selbst entwickeln, was es anderswo schon fertig gibt. dann kommen auf die o.g. frage oftmals antworten wie: „die kosten sind viel zu hoch; wenn wir das selber machen, ist es billiger!“ (aber personal und zeit kosten ja nichts, nicht wahr??), „das produkt hat noch schwachstellen/ist noch nicht fertig; da können wir es auch gleich selber entwickeln“, „wir trauen nur dem, was wir selber entwickeln“ usw.
(ich will jetzt nicht behaupten, dass solche antworten nicht auch angebracht sind. aber oft klingen sie einfach zur abgedroschen.)

annes antwort finde ich dagegen viel positiver, verständlicher, nachvollziehbarer: wenn eine bibliothek so ein produkt selbst entwickelt, dann steigt das know-how der bibliothek!
klar bleibt dann immer noch abzuwägen, ob das kosten-nutzen-verhältnis stimmt bzw. ob die bibliothek sich das leisten kann/will (im vergleich zur implementierung eines bereits fertigen produkts).
aber mir gefällt die sichtweise!

in der fragerunde ging es u.a. darum, ob ich anreize schaffen muss, um die nötige „kritische masse“ zu erzielen. hier habe ich mir ganz schnell als beispiele noch notiert, ggf. über gewinnspiele anreize zu schaffen (wenn ich mich recht erinnere, gibt es in der ub mannheim so etwas) oder durch den austausch des user-generated contents zwischen verschiedenen systemen die kritische masse zu erreichen.

One Comment

  1. Danke für die nette Rezension des Vortrags, Fabienne! Ich wusste gar nicht, dass du auch im Auditorium sein würdest – zu dumm, dass wir wieder eine Gelegenheit zum Treffen verpasst haben!

    Ich finde gut, dass du das „Know-How“-Argument in deinem Beitrag aufgegriffen hast. Projekte wie beluga oder sicher auch viele ViFas/Vascoda sind definitiv eine Methode der Personal- und Organisationsentwicklung, und es ist wirklich schade, dass man das nicht lauter sagen darf…


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