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Monthly Archives: April 2008

noch ein abschließender eintrag zur inetbib-tagung:

highlights:

zu den highlights gehörten für mich die folgenden beiträge bzw. blöcke:

  • block 2: bibliothek aktuell:
  • „Spinn ich oder die anderen?“ – Das Gute am neuen Urheberrecht und das Häßliche am neuen Subito-Rahmenvertrag zum Kopienversand. (Harald Müller)
  • -> da ich mich schon länger nicht mehr mit dem neuen urheberrecht beschäftigt hatte, war das für mich wirklich ein sehr interessanter beitrag. allerdings sollte ich mich jetzt auch weiter mit dem thema beschäftigen, um nicht bei dem einseitigen blick auf das urheberrecht zu bleiben…


  • block 4: zukunft 2.0:
  • Bibliothek und Second Life (Jin Tan)
  • -> theoretisch beschäftige ich mit second life, seit ich den ersten artikel von jin tan gelesen habe. praktisch ist second life bisher für mich noch kein thema gewesen. der vortrag war jedoch für mich so anregend, dass ich mir fest vorgenommen habe, mich jetzt auch mal second life anzumelden – um mir dadurch eine noch bessere meinung darüber bilden zu können, ob second life wirklich ein thema für bibliotheken ist oder nicht.
  • Dreamteam: Web 2.0 und der Katalog (Anne Christensen)
  • -> siehe meinen blog-eintrag
  • Katalogerweiterung durch Bibtip-Empfehlungen (Michael W. Mönnich, Marcus Spiering)
  • -> über Bibtip hatte ich vorher schon einiges gelesen, weil das natürlich für meine masterarbeit sehr interessant ist. durch den vortrag von herrn mönnich und herrn spiering habe ich bibtip jetzt noch besser kennen (und schätzen) lernen können.


  • web 2.0 bewegt – die multimediale vorführung von patrick danowski (deren einzelne clips patrick noch in youtube eingestellen will, damit man sie sich nachträglich noch mal anschauen kann)
  • block 5: bibliothek 2.0:
  • Bibliothek 2.0: Das Upgrade vom Bibliothekar zum Bibliothekar 2.0 (Patrick Danowski, Lambert Heller)
  • -> auch dazu habe ich in einem blog-post mehr geschrieben
  • Bibliothek 1.0, 2.0 oder 3.0? (René Schneider)
  • -> zu diesem wirklich tollen vortrag gibt es schon einige andere blog-beiträge. außerdem ist die präsentation hier bereits online zugänglich. für mich ist – neben den sehr schönen literarischen analogen zum web 1.0, 2.0, 3.0 und 4.0 – der abschnitt über widgets hängengeblieben: im bereich der widgets tut sich was, denn durch widgets kann man (können unsere nutzer) sich aus dem wust an informationsquellen, die im internet zu finden sein, die zusammenstellen, die wichtig sind oder häufig benutzt werden. wenn bibliotheken widgets anbieten, können sie so a) neue kunden gewinnen oder b) ihre jetzigen kunden weiter an sich binden. also sollten wir widgets für den einsatz in bibliotheken auf keinen fall aus den augen lassen (zumal sie auch für die eigene arbeit(sorganisation) sehr hilfreich sein können!).
  • update zum thema widgets: gerade habe ich in jakobs blog einen beitrag über widgets gefunden, der hier wunderbar zur ergänzung passt. komisch, dass er mir nicht schon früher aufgefallen war…


  • block 6: firmenvorträge:
  • Social Network Services in WorldCat.org (Norbert Weinberger)
  • -> siehe dazu ebenfalls einen meiner vorherigen einträge


  • block 7: eMedia:
  • Ein Jahr virtuelle Medienausleihe, ein Praxisbericht (Volker König, Frank Daniel)
  • Mehr Wert durch E-Books – PDF war erst der Anfang … (Holger Behrens)
  • -> in beiden vorträgen ging es um die onleihe, ein angebot von divibib. da die stadtbücherei sich auch schon seit einiger zeit mit diesem angebot beschäftigt, war es für mich interessant, a) einen erfahrungsbericht (der als zwiegespräch wirklich toll gehalten wurde!) und b) produktinfos zu hören – und dadurch einen besseren überblick über das produkt an sich, aber auch seine vor- und nachteile (aus der sicht nicht nur des anbieters sondern auch aus der sicht von anwendern) zu bekommen.


nachlesen:

nachlesen kann man bereits jetzt schon einige der beiträge hier. mit stand vom 19.04.08 sind folgende beiträge dort verfügbar:

Erscheinungsdatum Titel Beteiligte Person(en)
18-Apr-2008 Bibliothek und Second Life Tan, Jin
18-Apr-2008 Dreamteam Christensen, Anne
18-Apr-2008 Katalogerweiterung durch Bibtip-Empfehlungen Mönnich, Michael W.; Spiering, Marcus
18-Apr-2008 Kopienversand nach § 53a UrhG & der Subito-Rahmenvertrag Müller, Harald
18-Apr-2008 RFID-praktische Anwendungen für Bibliotheken Schomäcker, Ralf
18-Apr-2008 RFID-Technologie in der Münchner Stadtbibliothek Schubert, Eva
18-Apr-2008 Webbasierte Literaturverwaltung – neue Kooperationsformen und Anwendungsszenarien Stöber, Thomas; Teichert, Astrid

eine übersicht über die inetbib-blogger findet sich im netbib-blog.

fazit:

die inetbib-tagung war die erste inetbib-tagung, an der ich teilgenommen habe. und sie war eine wirklich tolle tagung, nicht nur vom inhaltlichen her sondern auch vom organisatorischen rahmen, so dass ich bei der nächsten tagung sicherlich auch wieder dabei sein werde.

daher fand ich es wirklich schade, dass ich nicht bis zum ende bleiben konnte. aber dank anderer fleißiger blogger konnte ich noch das ein oder andere von dem, was ich verpasst habe, nachlesen.

allerdings hätte ich mir während den einzelnen blöcken noch mehr zeit für diskussionen gewünscht. da die blöcke immer sehr voll gepackt waren (was sie ja auch sein mussten, um die fülle an vorträgen überhaupt irgendwie in drei tagen behandeln zu können), blieb dafür natürlich leider nicht sehr viel zeit übrig.

aber dafür konnte man die pausen nach jedem block wunderbar nutzen, um mit kollegen ins gespräch zu kommen, nette und anregende unterhaltungen zu führen und im kleinen kreis weiter zu diskutieren.

zukunft:

ich bin gespannt, wie mir im vergleich zur inetbib-tagung der bibliothekartag im juni gefallen wird. (mir ist natürlich bewusst, dass man die beiden veranstaltungen eigentlich nur schlecht vergleichen kann; aber trotzdem muss sich für mich der bibliothekartag jetzt mit der inetbib-tagung messen…)

mehr raum zur diskussion um „bibliothek 2.0“ wird dann sicher das bibcamp bieten, dass am 16. und 17.05. in potsdam und berlin stattfinden wird.

die inetbib-tagung ist kaum vorbei, da gibt es die ersten präsentationen schon online zum nachlesen:

(noch ein post zur inetbib-tagung muss sein, dann ist für heute erst mal schluss)

dieser vortrag von anne christensen fand schon gestern statt und beschäftigte sich mit der frage: „was kann der bibliothekskatalog vom web 2.0 lernen?“

wer jetzt mit „nichts“, „der bibliothekskatalog muss nix lernen, der ist ok so“ oder gar „was ist web 2.0?“ antwortet, der ist hier nicht falsch, sondern goldrichtig! denn: der bibliothekskatalog kann einiges vom web 2.0 lernen; so lautete denn auch annes antwort auf diese frage.

da meine momentane hauptbeschäftigung ja im katalogbereich liegt, war ich gerade hier sehr gespannt auf ideen, wie das „dreamteam“ web 2.0 und katalog funktionieren kann.

eine anmerkung vorweg: anne hat im vortrag auch das beluga-projekt und technische einblicke sowie erste erkenntnisse aus mit nutzern durchgeführten fokusgruppen-workshops vorgestellt. dazu habe ich mir (leider, wie ich im nachhinein feststellen muss) allerdings keine notizen gemacht. deswegen geht es im folgenden allgemein um kataloge und nicht speziell um beluga und das hamburger projekt.

was kann der katalog (bzw. was können wir, die wir die kataloge erstellen, programmieren, mit inhalten füllen, …) vom web 2.0 lernen?

  • (dauerhaft) eigene literaturlisten anlegen (-> LibraryThing: Tag-Vergabe, Empfehlungsdienste, Zitierformate, Darstellung von Publikationsverläufen -> Mehrwert durch andere Nutzer (Nutzer, die ganz andere Vorstellungen von „Schlagwort-Vergabe“ haben als Bibliothekare)
  • literaturlisten für andere einsehbar machen
  • mit offenheit neue nutzung inspirieren (offenheit meint offenheit der katalogdaten, also offene schnittstellen) (-> z.B. „visual bookshelf“ bei facebook und anderen (e-learning-)plattformen)


-> web 2.0-dienste verändern die erwartungshaltung der nutzer an katalog und datenbanken!
(z.b. werden sich nutzer spätestens (SPÄTESTENS!) dann über die bibliothekarische schlagwort-vergabe wundern, wenn sie zu aktiven librarything-usern bzw. „social taggern“ werden/geworden sind!)

  • bessere suchtechniken wie drilldowns und visualisierungen (hier fand ich das beispiel der regionalbibliographie der „peel’s prairie provinces echt toll)
  • mashups (-> GVK: mashup mit Google-Buchsuche; VuFind: mashups mit Amazon (Rezensionen) und Wikipedia (Lexikoneinträge); -> inwieweit dürfen/können/sollen bibliotheken mashups mit kommerziellen inhalten anbieten??? (wenn ich mich recht entsinne, kam diese frage auch aus dem kreis der teilnehmer an den fokusgruppen-workshops, die in hamburg durchgeführt wurden))
  • empfehlungsdienste (wie bibtip; worüber es ja im anschluss einen vortrag von michael mönnich und marcus spiering von der ub karlsruhe gab)

säulen des katalog 2.0:

  • mitmachen
  • teilen (von informationen, schlagworten, literaturlisten, also letztendlich know-how)
  • zusammenhänge zeigen (z.b. visuell)
  • öffnen (-> „raus aus dem silo!“)

anne nahm am ende des vortrags die frage vorweg, ob bibliotheken solch einen katalog denn wirklich selber entwickeln sollen/müssen (wo es doch bereits andere produkte gibt, teilweise auch open source und nicht nur kommerziell, die man adaptieren könnte).

diese frage habe ich mir auch gestellt, weil ich sie mir immer stelle, wenn ich höre, dass bibliotheken mal wieder was selbst entwickeln, was es anderswo schon fertig gibt. dann kommen auf die o.g. frage oftmals antworten wie: „die kosten sind viel zu hoch; wenn wir das selber machen, ist es billiger!“ (aber personal und zeit kosten ja nichts, nicht wahr??), „das produkt hat noch schwachstellen/ist noch nicht fertig; da können wir es auch gleich selber entwickeln“, „wir trauen nur dem, was wir selber entwickeln“ usw.
(ich will jetzt nicht behaupten, dass solche antworten nicht auch angebracht sind. aber oft klingen sie einfach zur abgedroschen.)

annes antwort finde ich dagegen viel positiver, verständlicher, nachvollziehbarer: wenn eine bibliothek so ein produkt selbst entwickelt, dann steigt das know-how der bibliothek!
klar bleibt dann immer noch abzuwägen, ob das kosten-nutzen-verhältnis stimmt bzw. ob die bibliothek sich das leisten kann/will (im vergleich zur implementierung eines bereits fertigen produkts).
aber mir gefällt die sichtweise!

in der fragerunde ging es u.a. darum, ob ich anreize schaffen muss, um die nötige „kritische masse“ zu erzielen. hier habe ich mir ganz schnell als beispiele noch notiert, ggf. über gewinnspiele anreize zu schaffen (wenn ich mich recht erinnere, gibt es in der ub mannheim so etwas) oder durch den austausch des user-generated contents zwischen verschiedenen systemen die kritische masse zu erreichen.

da ich mir sehr gerne ziemlich viel ziemlich ausführlich mitschreibe (und das besonders ausgeprägt ist, sobald mich vorträge ganz besonders interessieren), kommt hier jetzt ein weiterer, recht langer post – diesmal zum vortrag von patrick und lambert: „bibliothek 2.0: das upgrade vom bibliothekar zum bibliothekar 2.0“.

andere posts dazu finden sich, wie teilweise auch schon in einem meiner vorherigen posts erwähnt:

gliederung des vortrags:

  • ausgangssituation
  • wieso update?
  • update – aber wie?
  • hindernisse
  • zusammenfassung

ausgangssituation:
bibliothekare haben heute mit einem medien-mix zu tun und arbeiten in einer hybriden bibliothek, in der sowohl online- als auch offline-medien zu erschließen und zu vermitteln sind. eine weitere aufgabe ist das beraten von nutzern, d.h.es gibt interaktion mit nutzern, der bibliothekar übt einen durch und durch „sozialen“ beruf aus.

wieso ist ein update zum „bibliothekar 2.0“ nötig?
man kann mittlerweile von einer informations- bzw. medienrevolution sprechen. bereits in unserer jetzigen arbeit sind wir von neuen medien umgeben, außerdem kommen neue (geschäfts-)modelle für alte medien hinzu.
als weitere punkte wurden genannt: wissensbasiertes arbeiten, lebenslanges lernen und – was ich persönlich am entscheidensten finde: „das internet wird uns „wie luft“ umgeben“.

kurz meine gedanken dazu: im vorherigen post zu den social network services habe ich ja schon erwähnt, dass bibliotheken dahin gehen müssen, wo die menschen sich online aufhalten. und da sich schon jetzt sehr viele menschen sehr oft und lange online aufhalten (mit steigender tendenz (also sowohl was die häufigkeit und dauer, also auch die zahl der internet-nutzer insgesamt angeht)), wird uns das internet sicher schneller als wir denken „wie luft“ umgeben.

wenn wir als bibliotheken da nichts machen (und auch nicht zu bibliothekaren 2.0 werden), werden wir sicher auch schneller als uns lieb ist „weg vom fenster sein“ – zumindest für die nutzer, die vom internet wie von luft umgeben sind. und da sich eben nun das internet zum „web 2.0“ weiterentwickelt (und gar schon von web 3.0 und 4.0 die rede ist, wodurch man dann sicherlich nicht mehr von einem „hype“ sprechen kann) und die internet-nutzer mehr und mehr web 2.0-tools nutzen und sich an sie gewöhnen bzw. bereits gewöhnt haben, muss von den bibliotheken darauf reagiert werden.

so weit, so gut. jetzt wieder zurück zum vortrag:

gleichzeitig ist web 2.0 kein „ding“, keine technologie an sich, sondern viel mehr ein „state of mind“, eine einstellung, die letztlich zu einem veränderten nutzungsverhalten, zu einer veränderten kultur führt (bzw. bereits geführt hat).

prinzipien des web 2.0:

  • interaktivität
  • benutzer-beiträge und feedback (-> an dieser stelle fand ich das wort „prosumer“, die mischung aus producer und consumer sehr eindrücklich)
  • offene services und schnittstellen
  • reuse und remix – wiederverwenden von inhalten & diensten

prinzipien der bibliothek 2.0:
wir müssen unsere informationsdienste besser dem bedarf der „generation internet“ anpassen. wir müssen informelles und vernetztes lernen im „3. ort“ bibliothek anregen (und das nicht nur in der bibliothek vor ort, sondern auch auf virtueller ebene, was letztlich zu einer interaktion der beiden medienwelten – also quasi online und offline – führt).

wie muss ich nun als „bibliothekar 2.0“ sein bzw. wie schaffe ich das update?
ich muss neugierig sein, ich muss mich für veränderungen öffnen, ich muss auch mal neues ausprobieren (und spielerisches ausprobieren als neue form des lernens auffassen und akzeptieren). und natürlich muss ich selbst mit der neuen technik vertraut werden.

das kann ich als bibliothekar, der sich im web 2.0 noch nicht so gut auskennt, jetzt im „lernen 2.0“-blog lernen bzw. ausprobieren.
dadurch kann ich das web 2.0 als modell bzw. als werkzeug kennenlernen und dann auch für meine bibliothek nutzen. natürlich ist das web 2.0 nur ein (arbeits-)werkzeug von vielen, die mir für meine eigene tägliche arbeit und für den einsatz in der bibliothek zur verfügung stehen – aber es ist ein modell/werkzeug, das eingebunden werden muss! (eben weil das internet uns künftig „wie luft“ umgibt!)

wie werde ich bibliothekar 2.0?
-> dahin gehen, wo die benutzer sind


ich sollte:

  • im web 1.0 zu hause sein
  • neue werkzeuge ausprobieren
  • mich mit den neuen formen des publizierens beschäftigen
  • social tagging u.ä. als zusätzlichen erschließungsansatz wahrnahmen

zwei anmerkungen habe ich mir zu einzelnen tools notiert, die patrick und lambert vorgestellt haben:

  • rss: rss ist informationskompetenz; über rss kann ich granular die infos abonnieren, die mich interessieren – und damit nichts überflüssiges; dank rss kommen die infos zu mir, ich muss mich nicht mehr von einer seite zur anderen klicken, um mir die infos zu holen
  • tagging: gemeinschaftlich können wir mehr und besser verschlagworten

beim nächsten punkt ging es um die typischen einwände, die kommen (können), wenn es darum geht, sich mit dem web 2.0 beschäftigen zu müssen:

  • keine zeit -> web 2.0 kann aber helfen, zeit zu sparen und seine eigenen arbeitsprozesse besser zu organisieren (beispiel rss)
  • nur spielerei -> lernen durch ausprobieren ist effektiv (da fällt mir gleich das so gern verwendete „learning by doing“ ein; das hält doch (fast) jeder für ne gute sache)
  • das ist ein hype und geht vorbei -> viele hypes stabilisieren sich
  • bibliotheken müssen nicht alles mitmachen -> bibliotheken sollten in der veränderten informationswelt agieren

zwei empfehlungen gaben die beiden zum schluss noch mit auf den weg:

  • sich den neuen herausforderungen in einer community zu stellen
  • freiräume zum lernen zu schaffen (und auch zu nutzen)

wenn das mal keine gute zusammenfassung ist ;-)…

für mich ist die inetbib-tagung leider schon vorbei 😦 (ging leider nicht anders). aber ich habe viele eindrücke mitgenommen, die ich jetzt nach und nach hier rekapitulieren will.

anfangen möchte ich mit einem der firmenvorträge aus block 6: „social network services in worldcat“. über diesen vortrag werde ich hier etwas ausführlicher schreiben, da er mich vom thema her und im hinblick auf meine arbeit sehr interessiert hat: herr weinberger von oclc sprach über „social network services in worldcat.org“. zwar kommt das produkt für die stadtbücherei frankfurt als nicht-pica-bibliothek nicht in frage, aber die funktionen, die oclc im worldcat.org implementiert, interessieren uns (mich) natürlich schon.

eine der ersten folien von herrn weinberger fragte: „wo finden nutzer bibliotheken im internet?“
klar ist: wir müssen unsere angebote im internet präsentieren; bibliotheken brauchen eine überzeugende präsenz im internet (bibliotheken steht hier explizit in der mehrzahl, da mehrere bibliotheken kräfte bündeln und eine community schaffen können, um dadurch eine stärkere präsenz zuschaffen; außerdem werden dadurch doppelarbeiten und fragmentierte angebote reduziert).
mit dem worldcat werden lokale, regionale und globale nutzerangebote verbunden (so dass der nutzer von der globalen ebene – also worldcat.org – immer auch wieder auf der lokalen ebene, der einzelnen bibliothekshomepage bzw. dem lokalen katalog landet).

worldcat.org versteht sich in diesem sinne als eine „zentrale internetpräsenz für bibliotheken“.
wieso diese bündelung von angeboten wirklich eine überlegenswerte sache sein kann (nicht nur für an worldcat teilnehmende bibliotheken sondern für bibliotheken allgemein), darauf kam herr weinberger im weiteren verlauf des vortrags zu sprechen, nachdem er einzelne social network services vorgestellt hatte. ich möchte jedoch schon an dieser stelle erwähnen, dass von oclc in einer untersuchung ein zusammenhang festgestellt wurde zwischen der anzahl der registrierten nutzer und der anzahl der social features. fazit (sinngemäß): je mehr features, desto mehr nutzer.
eine bündelung des angebots kann also ggf. eher zur erreichung einer kritischen nutzer-masse führen als ein einzelnes lokales angebot. da kann man sich dann schon fragen, ob social network services auf lokaler ebene überhaupt attraktiv und damit lohnenswert sind. aber ich denke, dass man diese frage nur aufgrund der von oclc bisher gemachten erfahrung nicht einfach so verneinen darf.
klar, wenn man die möglichkeit hat, sich mit anderen bibliotheken zusammenzutun, um attraktive dienste anzubieten und damit einen potentiell größeren nutzerkreis anzusprechen, why not? aber das alleine ist halt auch kein garant dafür, dass es dann auch wirklich funktioniert…

nun aber zurück zu der frage, wie bibliotheksseiten bzw. -kataloge über social network services attraktiver gemacht werden können:
durch welche services geschieht dies im worldcat? herr weinberger nannte folgende services, die im laufe der tagung ja teilweise auch schon des öfteren erwähnt wurden:
listen, profile & citations
reviews, bewertungen & rss feeds
blogs
identitäten
facebook widgets und google gadgets

zu den listen:
um listen anzulegen, müssen sich nutzer registrieren. dann können sie persönliche listen anlegen (innerhalb der ersten 6 monate nach dem start wurden ca. 40.000 listen erstellt). ein austausch von listen ist erlaubt – und das update der listen liefern rss reeds.
listen scheinen also im worldcat.org zu funktionieren – und sind auch im rahmen der umfrage an der stadtbücherei frankfurt in einigen kommentaren der nutzer (soweit ich diese schon durchsehen konnte) sehr stark gewünscht.

zu den blogs:
mit den blogs soll der fokus auf den nutzer gerichtet werden (was ja letztendlich alle web 2.0-anwendungen wollen und bibliotheken mit einem „bibliothek 2.0“ oder „katalog 2.0“ auch wollen/sollen). mit den blogs, die allerdings im worldcat.org erst seit ca. 4 wochen verfügbar sind, sollen news und informationen ausgetauscht sowie auf interessante anwendungen hingewiesen werden.

zu den identitäten:
ich muss ehrlich gestehen, dass ich erst nicht so ganz verstanden habe, was sich nun genau hinter diesen „identitäten“ verbirgt.
erst als ich mir das von herrn weinberger im vortrag genannte beispiel angeschaut habe, ist es mir klarer geworden…
die identitätsübersichten (autoren und virtuelle personen) liefern zeitleisten zu publikationen,arbeiten von und über die identität, die zielgruppe, verwandte identitäten und tag clouds zu verwandten themen. sehr schön finde ich auf der „identities“-startseite die tag-cloud mit den „top 100 identities“.

den worldcat gibt es auch als facebook app (ich hab dann gleich während des vortrags mal in meinem facebook-acount nachgeschaut, weil mir das irgendwie schon so bekannt vorkam; und tatsächlich: ich hatte mir den worldcat schon vor einiger zeit als applikation zu meiner facebook-seite hinzugefügt…).
warum bietet oclc diesen facebook app an?
dafür nannte herr weinberger folgende gründe:
59 millionen nutzer in facebook
65 milliarden seitenabrufe monatlich
„facebook effekt“
wir bringen bibliotheken dahin, wo die menschen auch wirklich ihre zeit online verbringen

dieser letzte punkt drückt wunderbar aus, was letztlich alle web 2.0-anwendungen in bibliotheken versuchen – und was auch einer der gründe (wenn nicht sogar der hauptgrund) dafür ist, dass sich bibliotheken mit dem web 2.0 auseinander setzen und entsprechende angebote konzipieren müssen!

der worldcat ist nicht nur als facebook-applikation sondern auch als google gadget nutzbar:
dafür gibt es eine worldcat.org-suchbox, die z.b. zu iGoogle (oder auch anderen personalisierten startseiten) hinzugefügt werden kann.
sinn hinter diesem (und letztendlich allen) gadgets bzw. widgets ist, dass der nutzer bibliotheksangebote direkt von seinem desktop aus (oder eben von der personalisierten startseite) nutzen kann.
auch hier kommen die bibliotheken also wieder dorthin, wo der nutzer sich aufhält.

wie kann man jetzt eine kritische masse für die nutzung der social network services aufbauen?
herr weinberger beschrieb hier einen kreislauf aus traffic – value – engagement.
er machte auch an dieser stelle noch mal deutlich, dass bibliotheken durch zusammenarbeit auf globaler oder lokaler ebene – oder auf der ebene von gruppen – untereinander von der kritischen masse profitieren können („daten-aggregation, -synchronisation und -nutzung auf allen ebenen“) und drückte ein explizites interesse an der zusammenarbeit mit dem beluga-projekt aus.

herr weinberger stellt dann noch kurz eine statistik vor (zu der ich mir allerdings nichts weiter notiert habe) und kam noch auf die „worldcat API – web services“ zu sprechen, die ein mashup mit dem worldcat ermöglichen.

zum schluss wies er noch auf die studie „sharing, privacy and trust in our networked world“ hin, die ja auch schon mal thema in einigen blogs war (z.B. hier).

schade eigentlich, dass wir von oclcs (wie ich finde) toller arbeit nicht profitieren können. aber der worldcat ist ja nun auch nicht das einzige „katalog 2.0“-projekt bzw. die einzige „katalog 2.0“-software auf dem markt (siehe beluga, scriblio, openbib, xopac, aqua browser library, uam.).

kurze zusammenfassung zum schluss: mir sind v.a. folgende dinge hängengeblieben:

  • der community-gedanken, um gemeinsam noch attraktivere angebote anzubieten und dadurch ggf. schneller eine kritische masse erzielen zu können;
  • die erwähnung von widgets als wichtige web 2.0-tools;
  • die betonung, dass wir als bibliotheken (alleine oder gemeinsam) unbedingt dahin gehen müssen, wo die menschen online ihre zeit verbringen (das war natürlich auch in anderen vorträgen ein „roter faden“, nicht nur in dem von herrn weinberger).