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Patrick Danowski hat sich ja in seinem Blog gewünscht, dass seine Leser zum einjährigen Jubiläum seines Blogs schreiben, was für sie die „Bibliothek 2.0“ bedeutet.

Nun, hier ist mein Beitrag dazu :-):

Was bedeutet für mich „Bibliothek 2.0“?

Bibliothek 2.0 bedeutet für mich als Einstiegsdefinition die Übertragung von Web 2.0-Techniken und -Prinzipien in die Bibliothekswelt (so, wie es Patrick in den Folien seines IFLA-Vortrags auch ausführt und so, wie ich es bibliotheksfremden aber webkundigen Freunden immer zu erklären versuche).

Als nächstes muss ich mir dann natürlich klar machen, welche Web 2.0-Techniken und -Prinzipien es gibt und welche im bibliothekarischen Bereich Sinn machen.

Das hat Patrick ebenfalls in seinem IFLA-Vortrag in ein paar Folien schon sehr übersichtlich zusammengestellt:

Techniken sind z.B. Blogs, Wikis, das Social Tagging und Verlinkungen; Prinzipien sind z.B. die Interaktivität, Feedback durch Nutzer, Mitgestaltung der Inhalte durch den Nutzer, offene Services und die Wiederverwendung von Inhalten.

(„Learning 2.0“ von Helen Blowers bietet die Möglichkeit, einige der Techniken kennen zu lernen und damit die Prinzipien des Web 2.0 „am eigenen Leibe“ auszuprobieren.)

Diese Techniken und Prinzipien müssen jetzt auf Bibliotheken und ihre Angebote übertragen werden, um aus einer Bibliothek eine „Bibliothek 2.0“ zu machen. Dabei finde ich persönlich es wichtiger, sich zunächst mit den Web 2.0-Prinzipien auseinanderzusetzen. Für viele Bibliothekare ist es sicherlich nahezu unvorstellbar, dass Nutzer z.B. die Schlagwortvergabe im Rahmen des Social Tagging künftig ergänzen bzw. ganz übernehmen könnten.

Auch das Anbieten offener Services scheint mir im deutschen Bibliothekswesen (wo viele Bibliotheken immer noch ihr eigenes Süppchen kochen und das Rad ständig neu erfinden, statt sich mit anderen zusammenzutun) ein Prinzip zu sein, dass erst erlernt werden muss. Und einfach mal was ausprobieren geht ja gar nicht ;-)! Alles will schließlich schön geplant und gegen alle erdenklichen Tücken vorbereitet sein.

Sicher ist das auch wichtig – aber wie hat Helen Blowers im Zusammenhang mit ihrer Präsentation über „Learning 2.0“ gesagt: spielen und fun haben sind ganz wichtig im Umgang mit dem Web 2.0.

Wenn man sich schließlich mit den Web 2.0-Prinzipien vertraut gemacht und angefreundet hat, kann man dazu übergehen, gezielt einige oder ganz viele der o.g. Web 2.0-Techniken im Bibliotheksangebot einzusetzen. Ein Anfang ist sicherlich für viele Bibliotheken ein Blog, um die Neuigkeiten gleich auf der Homepage zu präsentieren, oder das Integrieren von RSS Feeds nicht nur im Rahmen der Blogs sondern z.B. auch im OPAC für Neuerwerbungslisten o.ä.

Komplexer wird es dann sicherlich, wenn man gar einen OPAC 2.0 kreieren möchte, der Blog, Social Tagging, Feedback/Comenting durch Nutzer, Verlinkungen u.ä. in einem bietet.

An dieser Stelle bin ich, ehrlich gesagt, technisch nicht versiert genug, um zu beurteilen, wie man seine Bibliothekssoftware dementsprechend „tunen“ oder gar eigene Komponenten basteln kann.

Ich setze mich da erst mal lieber mit dem „Was“ auseinander, bevor ich mich dem „Wie“ widme…

Und zur Beantwortung der Frage, was eine Bibliothek denn an 2.0-Komponenten anbieten sollte, gefällt mir das Motto „Go where the users are“:

  • ich muss dorthin gehen, wo meine (jetzigen oder auch künftigen) Nutzer sich im Netz bewegen und dort Verbindungen zur Bibliothek schaffen (sei es in SecondLife, über LibraryThing, MySpace o.a.);
  • ich muss mich auf die Interessen und Bedürfnisse meiner Nutzer ausrichten (was z.B. den Inhalt eines Bibliotheksblogs angeht, den Einsatz von RSS Feeds, das Anbieten einer Chat-Funktion und und und);
  • ich muss die Hemmschwelle relativ niedrig halten (also nicht noch ein ewig langes Formular ausfüllen lassen, um Kommentare in einem Blog schreiben zu dürfen);
  • und ich muss mir Feedback und Anregungen direkt von den Nutzern holen.

Und manchmal muss ich vielleicht wirklich einfach mal was ausprobieren.

Eine kurze Zusammenfassung zum Schluss:

Ganz wichtig für eine Bibliothek 2.0 sind für mich die Ausrichtung auf unsere Kunden und die Zusammenarbeit mit anderen Bibliotheken und Bibliothekssoftware-Entwicklern.

„Bibliothek 2.0“ ist für mich eine tolle Möglichkeit, Web 2.0-Nutzer da in die Bibliothek und ihre Dienstleistungen und Angebote (ab) zu holen, wo sie sich aufhalten. „Bibliothek 2.0“ bedeutet für mich, die heute nicht mehr wegzudenkenden Techniken und Prinzipien des Web 2.0 auf Bibliotheken zu übertragen. „Bibliothek 2.0“ überträgt das Kommunizieren und das Networking, die in Bibliotheken (besonders in öffentlichen Bibliotheken) stattfinden, auf eine Online-Ebene und kann damit besonders bei Jugendlichen punkten.

„Bibliothek 2.0“ kann den Kunden durch user contribution und user generated content wirklich zum König machen.

Das (und wahrscheinlich noch vieles mehr, was mir jetzt gar nicht eingefallen ist) bedeutet für mich „Bibliothek 2.0“.

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